1. Die
analoge und digitale
Datentechnik:
Der
Computer kann im Physikunterricht
nicht nur als
„Schreibmaschine“ und als Rechner bzw. wie im
vorhergehenden Kapitel
dargestellt zur Simulation physikalischer Prozesse, sondern auch zum
Einsatz
bei der Durchführung und Auswertung von Experimenten benutzt
werden, dem
sogenannten computerunterstützten Experimentieren. Dabei hat
der
Computer viele
nützliche Funktionen: Der Computer wird zur
Messdatenerfassung,
zur
Messdatenaufbereitung wie das Erstellen von Tabellen und Graphen, zur
Auswertung von Messdaten und zur Speicherung von Messdaten verwendet.
Diese
Funktionen sollen nun kurz dargestellt werden:
1.1.
Einsatzgebiete
des Computers im Physikunterricht:
Heute
ist der Computer für
Physiker in Forschung und
Industrie ein nicht mehr wegzudenkendes Hilfsmittel. Auch Kinder und
Jugendliche verbringen ihre Zeit immer mehr mit dem Computer und haben
daher
schon einige Erfahrung mit dem Medium Computer gesammelt. Daher sollen
sich
auch Lehrer nicht vor dem Medium Computer verschließen und
diesen
mit in die
Unterrichtsplanung einbeziehen, denn es gibt viele
Möglichkeiten,
den PC
gewinnbringend im Physikunterricht einzusetzen. Im Folgenden sollen nun
diese
kurz dargestellt werden.
a) Messwerterfassung
mit dem Computer:
Die
Messwerterfassung mit dem Computer
ermöglicht viele neue
Messmethoden. Ein Ziel des Physikunterrichts sollte sein, den
Schülern
unterschiedlich Messmethoden zu demonstrieren, d.h. nicht nur die
herkömmlichen
Methoden im Unterricht, sondern eben auch neue, automatische
Messwerterfassungsmethoden wie mit dem PC. Aber es gibt auch viele
Situationen,
bei denen herkömmliche Messmethoden nicht mehr greifen oder
sehr
zeitaufwendig
und kompliziert sind, die mit Hilfe der Messwerterfassung mit dem PC
sehr gut
ausgewertet werden können. Gewinnbringend ist der Einsatz
daher
bei:
- der Aufnahme von
Messwerten in kurzer Zeit (z.B. Induktion einer Spule)
- Messreihen über
längere Zeiträume (Aufnahme einer
Zeit-Temperatur-Kurve)
- fehlenden Geräten (da
ihre Anschaffung sehr teuer ist (z.B. Speicheroszilloskop)
- Weiterverarbeitung der
Messwerte mit dem PC
Die
Erfassung der Messwerte geschieht
meist mit einem
Interface (z.B. Lab Jack U12) und einer dafür geeigneten
Software
(z.B.
LabVIEW). Es gibt aber auch andere Möglichkeiten der
Messwerterfassung, z.B.
mit Hilfe einer Videokamera.
b) Auswertung der
Messergebnisse:
Bei
der Auswertung von
Versuchsergebnissen im
Physikunterricht ergeben sich zwei Probleme: Entweder man verwendet nur
wenige
Messergebnisse, um diese noch rechnerisch handhaben zu können,
oder man muss
bei einer großen Anzahl von Messergebnissen auf Grund von
Zeitmangel auf eine
exakte Auswertung verzichten. Abhilfe kann hier durch den Einsatz eines
Auswertungsprogramms geschaffen werden. Der Computer kann viele
Messwerte in
sehr kurzer Zeit aufnehmen und auch gleich weiterverarbeiten und
auswerten.
Damit bleibt im Unterricht Zeit, dass die Schüler
selbständig
nach Lösungswegen
und Lösungsformeln suchen. Damit wird den Schülern
die
Möglichkeit gegeben,
eigene Ideen zu entwickeln und zu überprüfen.
c) Graphische
Darstellung von Messergebnissen:
Der
herkömmliche Einsatz von
Oszilloskop und X-Y-Schreiber
im Physikunterricht gibt zwar die graphische Darstellung wieder, hat
aber nicht
nur Vorteile. Beim Oszilloskop hat man nur einen sehr kleinen
Bildschirm und
auch der X-Y-Schreiber hat nur ein schlecht zu zeigendes Bild. Daher
bietet es
sich (z.B. bei Spannungsverläufen) an, den PC zur graphischen
Darstellung zu
benutzen. Mit Hilfe eines Beamers kann man leicht den Bildschirm an die
Wand
projizieren, so dass jeder Schüler eine gute Einsicht in den
graphischen
Verlauf erhält.
Ein
weiterer Vorteil des Rechners ist,
dass man mehrere
Messreihen gleichzeitig am Bildschirm darstellen kann. Somit kann man
die
verschiedenen Messreihen sehr gut vergleichen und auswerten. Man kann
auch die
Darstellung der Graphen wählen (z.B. kann man die Graphen in
unterschiedlichen
Farben einzeichnen lassen). Man kann die Messung auch leicht
verlangsamen oder
beschleunigen.
d) Simulationen:
Dies
sind Programme, die eine
bestimmte Situation
veranschaulichen. Oftmals lassen sich bei solchen Programmen nur die
Parameter
in bestimmten Bereichen verändern, wobei die
„Physik“
schon fest eingebaut ist.
Diese Programme eignen sich gut zur Wiederholung oder Vertiefung des
behandelten Stoffes an. Auch für die eigentätige
Auseinandersetzung mit
bestimmten Stoffinhalten bieten sie sich an. Ein wichtige Aufgabe von
Simulationen ist die Veranschaulichung von Vorgängen, die man
mit
bloßem Auge
nicht betrachten kann, weil sie zu schnell ablaufen, im mikroskopischen
Bereich
liegen, oder unsichtbar ablaufen (z.B. Bewegung geladener Teilchen in
elektrischen und magnetischen Feldern).
e) Modellbildung:
Der
Unterschied zu Simulationen ist
bei Modellbildungssystemen,
dass hier die „Physik“ erst vom Benutzer selbst
eingegeben
werden muss. Der
Erkenntnisgewinn ist hierbei aber bedeutend größer,
da der
Benutzer die
Tätigkeit der Modellbildung selbst durchführen muss,
wobei
dies bei
Simulationen schon vorweggenommen ist und der Benutzer nicht
weiß, was dahinter
steckt. Die Modellbildung legt den Schwerpunkt auf die Physik, indem
sie den
Benutzer mathematische Rechnungen und Formeln abnimmt. Somit kann sich
der
Benutzer mehr auf die Physik konzentrieren.
f) Steuerungs- und
Regelungsprozesse:
Software
zum Steuern und Regeln gibt
es vor allem in der
Industrie und in Berufsschulen. Aber auch kleine und einfache
Steuerungsprozesse können mit Hilfe des Computers in der
Schule
durchgeführt
werden, z.B. die Überwachung einer Temperatur. So kann ein
kleiner
Einblick in
die Technologie gegeben werden.
g) Informationsbeschaffung:
Das
Internet bietet eine Fülle
von Daten und Informationen
auch im Hinblick auf die Physik und den Physikunterricht. Man findet
viele
Seiten, die eine verständliche Darstellung von Sachverhalten
liefern. Andere
Seiten bieten eine Veranschaulichung von Vorgängen. Auf Seiten
der
Didaktik-Institute der Universitäten bieten oft auch Links zu
anderen
interessanten Seiten. Eine weitere Seite, die von Schülern
genutzt
werden
sollte, ist www.leifiphysik.de.
h) Pro und Kontra des
Computereinsatzes im Physikunterricht:
Positive
Aspekte:
- Mathematische Aspekte
treten in den Hintergrund.
- Mehrere Messreihen
können in kurzer Zeit und auch gleichzeitig aufgenommen werden.
- Der Computer bietet die
Möglichkeit der Aufnahme von schnellen bzw. langsamen
Vorgängen.
- Durch Simulationen
können selbstgemachte Modelle überprüft
werden.
- Die Schüler haben
Zeit, eigene Ideen miteinzubringen und diese auch selbst zu
überprüfen.
- Der PC bietet bessere
Veranschauungsmöglichkeiten und auch Möglichkeiten,
bei denen
herkömmliche Medien und Messgeräte untauglich sind.
- Ein neues und aktuelles
Medium im Physikunterricht bringt Motivation für die
Schüler.
- Eine Auswertung in
Echtzeit bringt ein besseres Verständnis der Physik
für die
Schüler.
- Durch das Interface lassen
sich teuere Messgeräte ersetzen.
- Durch den Einsatz der
computerunterstützten Messwerterfassung erfahren die
Schüler
moderne Arbeitsmethoden der Physik.
Negative
Aspekte:
- Dem Schüler werden
durch die maschinelle Auswertung Routinearbeiten, wie z.B. das
übertragen einer Messtabelle in ein Diagramm, abgenommen.
- Es wird eine sehr
aufwendige Messapparatur verwendet, die von den Schülern nicht
verstanden wird (A/D-Wandler, Software).
- Es besteht die Gefahr,
dass die Schüler schnell überfordert werden und den
Überblick verlieren.
Nun
möchte ich noch etwas genauer
auf die Punkte Simulation
und Informationsbeschaffung eingehen. Die anderen Punkte werden dann
später bei
der Messwerterfassung und Auswertung mit dem Lab-Jack und mit LabVIEW
noch
genauer dargestellt.
1.1.1.
Simulationen:
1.1.1.1.
Funktion
von Simulationen:
Simulationen
können im
Physikunterricht zwei verschiedene
Funktionen haben, entweder können sie reale Physikexperimente
ersetzen oder
ergänzen. Es gibt auch einige Experimente, die erst durch die
moderne
Computertechnik und geeigneter Simulationsprogramme Einzug in den
Physikunterricht gefunden haben, die ohne diese Hilfsmittel im
Unterricht kaum
bzw. zu teuer und aufwendig oder gar nicht realisierbar sind. Hierzu
wären z.B.
Experimente zur Elementarteilchenphysik zu zählen.
1.1.1.2.
Simulation statt Experiment:
Immer
dann, wenn man im
Physikunterricht das reale Experiment
nicht durchführen kann, ist es sinnvoll auf Simulationen
zurückzugreifen. Das
beste Beispiel hierfür sind Experimente zur Gravitation. Man
kann
ja schlecht
die Planeten ins Klassenzimmer holen, um die Planetenbewegung um die
Sonne zu
demonstrieren. Daher muss man anhand eines Computer-Simulationsprogramm
die
Planetenbewegung vorführen, wobei man, falls ein Beamer
verfügbar ist, das
Monitorbild an die Wand projiziert.
Ein
weiteres Beispiel für den
Einsatz von Simulationen im
Unterricht ist die Demonstration der Entstehung eines Regenbogens. In
realen
Experimenten kann man zwar einzelne Fakten wie Reihenfolge der Farben,
Haupt-
und Nebenregenbogen, Beobachtung unter bestimmten Winkeln
demonstrieren, jedoch
kann man nicht alle Fakten zugleich in einem Experiment darstellen. Um
den
ganzen Zusammenhang gleichzeitig zu demonstrieren, muss man auf eine
Computersimulation zurückgreifen. Dazu kann man z.B. das
Programm „regenbogen.exe“
verwenden, das man im Internet kostenlos downloaden kann (Link: http://www.didaktik.physik.uni-erlangen.de/download/winprog/regenbc.zip).
Das Programm erklärt die Entstehung von Haupt- und
Nebenregenbogen
und gibt
zutreffende Winkel für die Beobachtung an. Einziges Manko des
Programms ist,
dass es keine Interferenz- und Beugungserscheinungen
berücksichtigt.
Für
die Beugung am Doppelspalt
bietet sich ebenfalls ein
Simulationsprogramm an. Hierfür gibt es im Internet ein
Programm „doppelspalt.exe“
zum kostenlosen Download (Link: http://www.physik.uni-muenchen.de/didaktik/Computer/Doppelspalt/doppelspalt.exe).
Mit dem Programm lassen sich die statistischen Auftrefforte von
Gewehrkugeln,
Photonen und sogar Elektronen, Myonen, Protonen und viele mehr beim
Doppelspaltversuch auf einen Schirm darstellen. Es kann weiter die
Energie der
Teilchen, der Spaltabstand und die Spaltbreite verändert
werden.
Im folgenden
Beispiel habe ich Elektronen mit einer Energie von 100 keV als Quelle,
eine
Spaltbreite von 600 nm und einen Spaltabstand von 1000 nm verwendet.
Das erste
Bild zeigt die erhaltene Intensitätsverteilung, das zweite
Bild
die
theoretische Intensitätsverteilung.


1.1.1.3.
Simulation als Ergänzung zum Experiment:
Es kann auch sinnvoll sein, im Unterricht neben dem realen
Experiment auch noch eine Simulation des vorgeführten
Experiments
zu zeigen. So
bietet z.B. das Simulationsprogramm „laewell“ (Link
zum
Download unter
Literatur) eine sehr gute Möglichkeit den zeitlichen Verlauf
von
Wellen zu
veranschaulichen.

Ein
weiteres Simulationsprogramm ist
unter http://physicsnet.asn-graz.ac.at/regenbogen/classes/RegenBogen.htm
zu finden. Dieses Programm simuliert den Lichtweg in einem
Regentropfen, wobei
der einfallende Lichtstrahl mit der Maus geändert werden kann.

Unter http://www.schulphysik.de/java/physlet/applets/optik1.html
findet man ein Simulationsprogramm zur Linsenoptik. Man kann viele
optische
Elemente wie Linsen, Spiegel, Blenden und Quellen wählen und
den
Strahlengang
simulieren lassen.

Ein
Simulationsprogramm zum
Flaschenzug findet man unter http://www.walter-fendt.de/ph14d/flaschenzug.htm

Unter http://www.walter-fendt.de/ph14d/hebel.htm
findet man eine Simulation zum Hebelgesetz.

Unter http://www.walter-fendt.de/ph14d/index.html
findet man noch viele weitere kleine Applets z.B. zum Schweredruck und
zur
Auftriebskraft in Flüssigkeiten oder zu den Keplerschen
Gesetzen.
Viele weitere
Simulationen zu allen Bereichen der Physik findet man unter www.schulphysik.de.
1.1.1.4.
Vorteile
von Simulationen:
Der
Einsatz von Simulationen im
Physik-Unterricht bringt
einige Vorteile:
a)
Es
gibt Experimente, die ohne Simulationen im Unterricht nicht
durchführbar sind,
da sie entweder zu aufwendig, zu teuer oder zu gefährlich sind
(z.B.
Kernspaltung). Hier bietet sich somit ein geeignetes
Simulationsprogramm an.
b)
Ein
weiterer sehr großer Vorteil von Simulationen ist die
einfache
Variation der
Parameter. (auch in Größenordnungsbereichen, die in
der
Realität nicht mehr
erreichbar sind, z.B. Reibungsfreiheit)
c)
Simulationen
könne auch meist beliebig oft in kurzer Zeit wiederholt werden.
d)
Bei
Schülerversuchen mit Simulationen brauchen die
Schüler keine
Angst davor haben,
teuere Messgeräte und Instrumente kaputt zu machen.
e)
Bei
Simulationsprogrammen, die aus dem Internet downloadbar sind,
können die
Schüler auch zu Hause mit dem Programm arbeiten.
.
1.1.2.
Nutzung
des Internets:
1.1.2.1.
Erstellen
von Internetseiten:
Anhand
von Internetrecherchen und der
Erstellung einer
Website kann man im Unterricht und in der Schule viele Lernziele
umsetzen.
Schüler erlangen durch die selbstständige Entwicklung
von
Internetseiten und
HTML-Präsentationen der physikalischen Phänomene und
Gesetze
ein tiefes
Verständnis der Materie. Die Schüler sind bei solchen
Projekten meist sehr
motiviert und voll bei der Sache. Diese Motivation der Schüler
soll doch
sicherlich auch für den Physikunterricht genutzt werden.
Folgende
Lernziele im Hinblick auf
Physikunterricht und
Internet sind hier zu erwähnen:
Die
Schüler sollen
a)
Informationen
zu einem bestimmten Sachverhalt im Internet finden.
b)
diese
Informationen auf deren Wahrheitsgehalt prüfen und bewerten.
c)
diese
Informationen schülergerecht auf der Website darstellen.
d)
selbstständig
Probleme des Physikunterrichts erarbeiten.
e)
andere
Fächer und deren Aspekte mit einbeziehen.
Um
Internetseiten erstellen zu
können, muss man zuerst
wissen, welche Sprache und Programme man verwenden muss. Die
„Sprache des
Internets“ ist HTML. HTML bedeutet Hypertext Markup Language.
Diese bietet eine
enorme Vielfalt von Möglichkeiten zum Einbinden von Texten,
Bildern, Grafiken
und sogar Musik- und Videodateien. Mit Hilfe von HTML können
also
Webseiten
erstellt werden. Das wichtigste an Webseiten sind allerdings die Links,
die
Verknüpfungen auf andere Seiten, die es erlauben schnell und
einfach von einer
auf eine andere Seite zu springen.
HTML
und das WWW wurde 1990 von dem
Amerikaner Tim
Berners-Lee im Kernforschungsinstitut CERN in der Schweiz erfunden.
Vorläufersprachen gab es bereits seit 1965. Zusammen mit HTML
entwickelte Tim
Berners-Lee auch den ersten Kommandozeilen-Browser für dieses
"World-Wide
Web", das durch die Links zwischen den Seiten entsteht. Der erste
grafische Webbrowser wurde 1993 erfunden und brachte den Siegeszug des
Internet.
Nun
benötigt man zum Erstellen
von HTML-Dateien bestimmte
Programme, genauso wie man für DOC-Dateien ein Text-Programm
(z.B.
Word)
benötigt. Diese Programme sind in den letzten Jahren immer
zahlreicher und
vielfältiger geworden. Man nennt diese Programme zur
Erstellung
von Webseiten HTML-Editoren.
Diese Editoren sind heute auch schon sehr einfach zu bedienen, so dass
diese in
Unterricht und Schule behandelt werden können. Somit steht das
Internet offen,
um physikalische Inhalte auf Webseiten zu präsentieren. Der
Vorteil von solchen
Internetseiten ist, dass die Schüler wo und wann sie wollen
auf
diese Seiten
und Themen zurückgreifen können. Die Schüler
lernen
somit beim Umgang mit dem
Internet auch gleich die Beschreibung physikalischer Gegebenheiten, was
ein
oberstes Lernziel des Physikunterrichts ist.
1.1.2.2.
Das
Internet als unerschöpfliche Quelle:
Das
Internet dient heutzutage neben
Büchern als ideale
Quelle für Fachinformationen. Bei Büchern muss man
aber oft
erst lange
Bibliotheksarbeit leisten, bis man geeignete Informationen gefunden
hat. Hier
liegt der Vorteil des Internets. Mit Hilfe von Suchmaschinen (z.B. www.google.de)
kann man sehr leicht
und
schnell an Fachinformationen zu gesuchten Themen gelangen. Man gibt auf
der
Internetseite der Suchmaschine einfach den gewünschten
Suchbegriff
ein, und
schon erhält man eine Liste gefundener Links zu diesem
Schlüsselbegriff. Man
kann auch mehrere Suchbegriffe gleichzeitig eingeben. Eine weitere
Möglichkeit,
an Informationen zu gelangen, ist über bekannte URLs, z.B. www.schulphysik.de
oder www.leifiphysik.de.
Einziger
Nachteil
liegt hier, dass es auch Seiten im Internet gibt, die keine korrekten
Daten
liefern, und der Schüler – im Gegensatz zum Lehrer
–
oft nicht erkennen kann,
ob es sich um valide Daten handelt oder nicht, da er über
weniger
Fachwissen
verfügt. Denn wenn der Schüler es schon
wüsste,
müsste er ja nicht mehr suchen!
Im folgenden soll nun eine kleine Liste mit Internetseiten angegeben
werden,
die man für das Auffinden von physikalischen Fachwissen
verwenden
kann:
a)
allgemeine Suchmaschinen: www.google.de,
www.altavista.de, www.fireball.de

b)
fachspezifische Suchmaschinen: www.pro-physik.de,
www.weltderphysik.de
c)
Webseiten zu bestimmten Themen: www.quanten.de,
www.photon.de
d)
Webseiten für Schüler und
Lehrer: www.schulphysik.de, www.leifiphysik.de
Bevor
aber nun das Messen mit Hilfe
des Computers näher
erläutert werden kann, müssen erst einmal ein paar
technische
Grundlagen des
Aufbaus und der Funktionsweise eines Computers und der
Übertragungstechnik
geklärt werden, d.h. es wird nun im Folgenden
erklärt, wie
die Messdaten bzw.
Messwerte überhaupt in den Computer hinein kommen.
1.2.
Die
Analog-Digital-Wandlung und die Digital-Analog-Wandlung:
1.2.1.
Der
Aufbau eines Computerarbeitsplatzes:
Zur
Durchführung der
computerunterstützten Messwerterfassung
benötigt man einen Computer, ein Messinterface, das die
Messwerte
computergerecht aufbereitet und eine geeignete Software
(Messwerterfassungsprogramm). Bei physikalischen Messungen handelt es
sich
meist um analoge Daten. Der Computer verarbeitet hingegen nur digitale
Daten.
Um diese analogen Daten in digitale Daten zu transferieren, wird das
Messinterface benötigt. In dem Interface ist ein sogenannter
Analog-Digital-Wandler eingebaut, der analoge Spannungswerte in
digitale Werte
umsetzt. Daher können die meisten Interfaces nur Spannungen
messen. Um nun aber
andere Größen (wie z.B. Stromstärke,
Widerstand)
ebenfalls messen zu können,
braucht man zusätzliche Geräte, Bauelemente und
Sensoren
(z.B. Widerstände,
Temperaturfühler, Drucksensoren,…). Diese
Geräte
wandeln die Größen, die man
messen will (z.B. Druck, Temperatur), in ein elektrisches Signal, eine
elektrische Spannung, um.

Wie
dies nun im einzelnen
funktioniert, soll nun im
Folgenden beschrieben werden.
1.2.2.
Der
Aufbau
eines Computersystems:
Computer
sind Geräte, die
Informationen in Form von Zahlen
lesen, bearbeiten und schreiben können. Jeder Computer besteht
aus
drei
prinzipiellen Baugruppen: Eingabe-Teile, Verarbeitungsteile und
Ausgabe-Teile.
Eingabe-Teile:
Zu
den Eingabe-Teilen gehören
alle die Teile, aus denen der
Computer Informationen herauslesen kann. Dazu zählen z.B.
Tastatur, Diskette,
CD-Rom, DVD, Maus, RAM, USB-Eingabegeräte wie USB-Stick und
Speicherkarten
zusammen mit Kartenlesegeräten.
Verarbeitungsteile:
Für
die Verarbeitung der Daten
sind Prozessor und
Coprozessor zuständig. Der Prozessor kann zahlen aus dem
Speicher
lesen und
auch wieder Zahlen in den Speicher schreiben. Die Verarbeitungsteile
werden
auch mit CPU bezeichnet, was die Abkürzung für
Central
Processing Unit (auf
deutsch: zentrale Recheneinheit) ist.
Ausgabe-Teile:
Zu
den Ausgabe-Teilen gehören
alle Teile, an die der
Prozessor Informationen senden kann. Dies sind z.B. Drucker, Monitor,
Festplatte, Diskette, CD-RW, DVD, RAM, Modem, USB-Stick.
Festplatte
1.2.3.
Das
Speichermodell:

Speichermodell
eines Computers
Man
kann sich den Prozessor als
Verwalter von Informationen,
die im Computer als Zahlen gespeichert werden, vorstellen. Dabei kann
man sich
den Computer am besten mit einem „Schubladenmodell“
vorstellen: Man stellt sich
vor, dass es in einem PC viele „Schubladen“ gibt,
in die
der Prozessor Zahlen
hineinlegen, diese lesen und bearbeiten kann. Man nennt diese
„Schubladen“ im
Computer Speicher. Die Schubladen im Computer werden zur Unterscheidung
durchnummeriert.
Diese Zahl nennt man „Adresse“. In einem PC gibt es
drei
verschiedene Arten von
Speicher („Schubladen“):
ROM:
Read
Only Memory.
Aus diesem Speicher kann nur gelesen werden.
RAM:
Read
Access
Memory (Schreib-/Lese-Speicher).
In diesen
Speicher kann nur der Prozessor Zahlen
hineinschreiben und herauslesen.
Die heutigen Computer haben schon meist einen RAM-Speicher
von 256 MB und mehr. 256 MB RAM heißt, dass 256 ∙ 106
„Schubladen“
vorhanden sind.
DDR-Ram-Modul
I/O:
Input/Output
(Eingabe-/Ausgabe-Speicher).
Diesen Speicher können nun der Prozessor, aber auch die
externen Geräte benutzen. Über diesen Speicher
können
Informationen von der
Außenwelt in den Computer hineingebracht werden bzw. vom
Computer
zur Außenwelt
geschickt werden.
1.2.4.
Die
Funktionsweise
der Wandlung:
Wie
oben beschrieben, kann der
Computer nichts anderes als
Zahlen lesen, bearbeiten, schreiben und speichern. Im allgemeinen
lassen sich
Zahlen mit verschiedenen Zahlensystemen unterschiedlich darstellen. Wir
benutzen normalerweise das Zehnersystem. Es gibt aber auch andere
Zahlensysteme
wie z.B. das Hexadezimalsystem oder das Binärsystem. Der
Computer
benutzt
gerade das letztgenannte Zahlensystem, das Binärsystem. Die
beiden
möglichen
Ziffern einer Zahl im Binärsystem sind die Null und die Eins.
Diese beiden
Werte lassen sich elektronisch durch zwei sehr verschiedene
Potentialwerte
realisieren, den sogenannten „Low“-Pegel (tiefe
elektrische
Spannung, meist 0
Volt) und „High“-Pegel (hohe elektrische Spannung,
oft 5
Volt oder 12 Volt). In
jede „Schublade“ münden acht elektrische
Leitungen.
Jede dieser Leitungen kann
die Zustände „high“ und
„low“ annehmen.
Eine Ziffer einer Binärzahl heißt
„Bit“, 8 Bit nennt man ein
„Byte“. Hat eine
Leitung den Zustand „high“, so
schreibt man eine „1“ in das dazugehörige
Kästchen, bei „low“ eine
„0“ (siehe
Abb.). Bei der Dezimalzahl 70 werden z.B. drei Leitungen auf +5 V
geschaltet,
die anderen haben 0 V (Die Zahl 70 ist im Binärsystem die Zahl
01000110, d.h. 21
+ 22
+ 26
= 2 + 4 + 64 = 70, siehe Abb.).

Die
Werte physikalischer
Größen sind meist kontinuierlich
verteilt. Diese Werte werden von Messgeräten erfasst, die dann
ein
analoges
Signal (z.B. elektrische Spannung) liefern. Dabei erhält man
im
Prinzip
unendlich viele Messwerte. Bei der Analog-Digital-Wandlung
(A/D-Wandler) muss
man nun dieses analoge Signal digitalisieren, d.h. durch eine endliche
Binärzahl ausdrücken. Dabei werden analoge Werte
zwangsweise
in diskrete
digitale Werte umgewandelt, wobei die unendlich vielen analogen
Messwerte auf endlich
viele digitale Werte abgebildet werden. Hierzu ein Beispiel: Es soll
der
A/D-Wandler eine Auflösung von 8 Bit haben. (Ich habe hier das
Beispiel 8 Bit
gewählt, da das hier verwendete Lab-Jack ein 8 Bit-Wandler
ist. Es
gibt aber
heute schon Wandler mit einer Auflösung von 32 bzw. 64 Bit).
Eine
elektrische
Spannung soll zwischen 0 und 5 V variieren. Da unser A/D-Wandler eine
Auflösung
von 8 Bit hat, werden die gemessenen Spannungswerte in achtstellige
Binärzahlen
umgewandelt. Die höchste Zahl ist somit 11111111 im
Binärsystem. Im
Zehnersystem ist dies die Zahl 255. Die kleinste von Null verschiedene
Zahl ist
(00000001) 20
= 1. Damit werden die kontinuierlichen
Spannungswerte
von 0 bis 5 V auf 255 Werte abgebildet. Alle Spannungswerte von 0 bis
5/255 V werden
dem Wert 00000001 zugeordnet, usw.
Auch
im Computerzeitalter bleibt die
Natur analog, d.h.
Lautsprecher oder Computermonitore werden analog gesteuert. Somit muss
es auch
Bauelemente geben, die die digitalen Signale in analoge Werte
umwandeln. Diese
Bauelemente nennt man Digital-Analog-Wandler (D/A-Wandler).
Die
Abtastung (Sampling) von
Analog-Signalen:
Die
Abtastung oder auch Sampling
genannt ist ein
grundlegendes Prinzip digitaler Signalverarbeitung. Man muss jede zu
messende
Größe in ein analoges Spannungssignal umwandeln, da
nur dies
vom A/D-Wandler
erfasst und verarbeitet werden kann. Daher ist unser analoges
Eingangssignal in
den A/D-Wandler ein zeitabhängiges Spannungssignal (hier im
Beispiel ein
periodisches Signal, siehe Abb.).

Diese
analoge Eingangsspannung wird
zeitlich periodisch mit
einem Taktsignal abgefahren, wobei die Abtastzeit sehr klein ist. Dies
erreicht
man mit Hilfe eines Schalters, der geöffnet und geschlossen
wird.
Die
abgetastete Spannung wird in einem Kondensator gespeichert (engl.
„hold“).

Während
der Haltezeit wird die
Spannung in den eigentlichen
A/D-Wandler eingespeist. Dort wird dann die aus der analogen
Größe eine
entsprechende Binärzahl erstellt.
Das
Bit-Simulations-Modell:
Im
Folgenden
soll nun anhand eines 8-Bit-Wandler-Modells die
A/D-Wandlung genauer dargestellt werden

links:
variable Spannungsquelle;
rechts: Bit-Simulator

Wie
oben schon erklärt, kann ein
8-Bit-Wandler die
kontinuierlichen, analogen Spannungswerte in nur 255 digitale Werte
umwandeln.
Das hier dargestellte Simulationsmodell soll dies nun verdeutlichen.
Die LEDs
von D0 bis D7 simulieren die einzelnen Bits des Wandlers. Liegt ein
bestimmtes
Spannungssignal am Bit-Simulator an, so leuchten einige der LEDs auf.
Diese
LEDs zeigen, in welche Binärzahl das anliegende
Spannungssignal
umgewandelt
wird. Da die maximale Spannung am Bit-Simulator 10 V ist und dieser
Wert somit
in die Binärzahl 11111111 umgewandelt wird (d.h. beim Anliegen
von
10 V
leuchten alle acht LEDs), ist das Erhöhungsintervall 10 V/255
=
0,04 V (d.h. ab
einem anliegenden Spannungswert von 0,04 V leuchtet die erste LED D0).
Dies
entspricht der Binärzahl 00000001 = 20.
Beim
Erhöhen der Spannung
bis 0,08 V ändert sich nichts. Erst ab einem Wert von 0,08 V
leuchtet nun die
LED D1, was der Binärzahl 00000010 = 21
entspricht. Um
z.B. den
analogen Spannungswert 1 V in ein digitales Signal umzuwandeln, regelt
man die
variable Spannungsquelle auf 1 V. Es leuchten die LEDs D4, D3 und D0.
Dies
entspricht der Binärzahl 00001101. Denn: Die Spannung 1 V
entspricht dem Wert 1
∙ 0,04 = 25 = 24
+ 23
+ 20,
und dies
ergibt
die Binärzahl 00001101.

Auf
obigem Bild leuchten die LEDs D3
und D2. Dies entspricht
der Binärzahl 00001100 = 23
+ 22
= 8 + 4 =
12. Somit
ergibt sich für die anliegende Spannung: 12 ∙ 0,04 V = 0,48 V.
Daher liegt die
anliegende analoge Spannung zwischen 0,48 V und 0,52 V.

1.2.5.
Komponenten
zur Messung und Verarbeitung analoger Größen:
Um
nun die physikalischen,
kontinuierlichen Werte messen und
mit dem PC weiterverarbeiten zu können, benötigt man
folgende
Komponenten:
a)
geeignetes
Messgerät oder Sensor,
b)
evtl.
einen Messwandler zur Anpassung der Signalgröße,
c)
einen
A/D-Wandler zur Umwandlung des Signals und
d)
ein
Interface.
a)
geeignetes
Messgerät:
Nicht
für jedes Experiment ist es
sinnvoll den Computer dafür einzusetzen (z.B.
Freihandversuche).
Es ist aber
oft geschickt, den PC bei quantitativen Versuchen einzusetzen, bei
denen es
sehr viele Messdaten zum Auswerten gibt. Dazu benötigt man
geeignete Messgeräte
und/oder Sensoren, ohne die das Experiment nicht gelingen kann.
b)
Messwandler:
Wie gesagt,
der Computer kann nur
digitale Messdaten bearbeiten. Die A/D-Wandler sind Bauelemente, die
nur
elektrische Spannungen in einem bestimmten Intervall (z.B. 0 bis 12 V)
digitalisieren können. Daher müssen physikalische
Größen erst einmal in eine
elektrische Spannung umgewandelt werden. Dazu benötigt man
einen
Messwandler.
c)
A/D-Wandler:
Die
Funktionsweise von
A/D-Wandlern wurde oben schon ausführlich erläutert.
Es sei
hier nur noch
angemerkt, dass es A/D-Wandler in verschiedener Form gibt, entweder als
gesonderter Baustein in einem Gehäuse oder zusammen mit dem
Interface auf einer
Karte, die man in einen freien Computersteckplatz einschiebt oder
zusammen mit
dem Interface in einem Gehäuse, das man mit einer
Schnittstelle
(LTP, Seriell,
USB) mit dem Computer verbinden kann. Letztere Form hat das LabJack,
das in den
Versuchen im Kapitel ??? dieser Arbeit verwendet wurde.
d)
Interface:
Das
Interface sorgt dafür, dass
die Messdaten vom Experiment in den Computer transferiert werden und
umgekehrt.
Dabei werden die vom A/D-Wandler in Binärzahlen umgewandelten
Messdaten vom
Interface an den Computer weitergeschickt. Da Wandler und Interface in
engem
Kontakt stehen und sich gegenseitig Anweisungen geben, sind beide oft
zusammen
in einem Gerät eingebaut (siehe z.B. LabJack).
Es ist oben
der Begriff
„Schnittstelle“ aufgetaucht. Der Computer braucht
eine
Verbindung zu anderen
externen Geräten (z.B. Maus, Drucker, Scanner, Interface),
damit
er mit ihnen
kommunizieren kann. Diese Verbindungen, mit Hilfe denen ein
Datenaustausch
zwischen den externen Geräten und dem PC geschieht, nennt man
Schnittstelle. Es
gibt an einem PC in der Regel zwei unterschiedliche Arten von
Schnittstellen,
die parallelen und die seriellen Schnittstellen. Bei der parallelen
Schnittstelle werden, wie der Name schon sagt, die Daten parallel, also
gleichzeitig, übertragen, wobei jedes Bit über eine
eigene
Leitung gesendet
wird. Bei einer seriellen Schnittstelle werden die Daten nacheinander
übertragen,
wobei es nur zwei Datenleitungen für Senden und Empfangen gibt.

1.2.6.
Die
serielle Schnittstelle:
Nahezu
jeder Computer ist mit
einer oder zwei seriellen Schnittstellen ausgestattet. An jeder dieser
Schnittstellen kann nur ein Endgerät angeschlossen werden. Die
serielle
Schnittstelle ist 9- in älteren Systemen 25-polig. Sie wird
auch
RS-232(C) oder
V.24-Schnittstelle genannt. Die englische Bezeichnung COM-Port,
abgeleitet von
Communication (Kommunikation), wird allerdings am häufigsten
verwendet. Mit
COM1, COM2, COM3, usw. wird einer physischen existierenden
Schnittstelle eine
logische Bezeichnung durch das BIOS und das Betriebssystem zugeteilt.
Unter
dieser Bezeichnung können alle Anwendungen auf diese
Schnittstelle
zugreifen.
Obwohl die COM-Schnittstelle langsam am Aussterben ist, wird sie
häufig als
Software-Simulation eingesetzt. z.B. um USB-Geräte in einen
Computer
einzubinden und für Anwendungen nutzbar zu machen.
Klassische Endgeräte, die an der seriellen Schnittstelle
angeschlossen werden
sind die Maus und das Modem. Sehr viele technische Einrichtungen haben
eine
serielle Schnittstelle, an der sich ein Computer oder auch Notebook
anschließen
lässt, um die Einrichtung zu steuern oder zu konfigurieren.
Viele
Telefonanlagen haben eine solche V.24-Schnittstelle.


TxD –
Transmitted Data
RxD – Received
Data
Die anderen
Leitungen werden zur
Übertragung von Steuersignalen benutzt.
1.2.7.
Die
parallele Schnittstelle:
Als
die ersten Computer auf den Markt
kamen, hatte jeder
Hersteller für sein Endgerät eine eigene
Schnittstelle
entwickelt. So z.B. auch
der Drucker-Hersteller Centronics. Er hat eine der ersten parallelen
Schnittstellen für Drucker eingeführt. Diese
Schnittstelle
hat sich nach und
nach auch bei anderen Herstellern durchgesetzt.
Durch die Möglichkeit der bidirektionalen Übertragung
können an der
Centronics-Schnittstelle auch CD-ROMs und Festplatten betrieben werden.
Bevor
sich die USB-Schnittstelle durchsetzte, betrieb man Scannern und
Wechselmedien-Laufwerken (z. B. ZIP-Drive) an der parallelen
Schnittstelle. Da
die meisten PCs nur eine serielle Schnittstelle besitzen, mussten die
Geräte
wie Drucker oder Scanner mit Ein- und Ausgängen
bestückt
sein, damit man
mehrere Geräte an dieser einen Schnittstelle betreiben
könnte.
Die parallele Schnittstelle kann gleichzeitig 8 Bit
übertragen,
wobei jedes Bit
eine eigene Leitung hat. Zusätzlich gibt es Steuerleitungen,
die
für den
Betrieb eines Druckers gedacht sind.



Die
englische Bezeichnung für die
Centronics-Schnittstelle
ist LPT. Diese Bezeichnung ist aus der Zeit abgeleitet, wo Nadeldrucker
den
Text zeilenweise ausgegeben haben. Im englischen hießen diese
Drucker Line
Printer (LPT). Übersetzt heißt das soviel wie
Zeilendrucker.
Die heutigen
Drucker generieren den Ausdruck seitenweise. Die
Schnittstellen-Bezeichnung
LPT1, LPT2 und LPT3 ist jedoch immer noch geblieben.
Obwohl die Centronics-Schnittstelle keiner offiziellen Normierung
unterlag, hat
sie sich zum Industrie-Standard entwickelt.
1.2.8.
Die
USB-Schnittstelle:
USB
- Universal Serial Bus

Der USB ist eine
I/O-Schnittstelle, die mit dem
Steckerwirrwarr der
unterschiedlichsten Peripheriegeräte Schluss macht. Neben
Tastatur, Maus,
Modem, Drucker, Mikrofon, Lautsprecher, Kamera, Scanner bringt jede
neue
Peripherie eine neue Schnittstelle mit. Der USB kennt nur einen
Steckertyp für
alle Geräte, so dass Verwechslungen ausgeschlossen sind. Die
Identifikation der
Geräte wird vom USB-Hostadapter im Rechner
durchgeführt, der
auch die
Grundkonfiguration vornimmt.
Der USB ist besonders Anwenderfreundlich, da er automatisch das Laden
gerätespezifischer Treiber veranlasst. Die USB-Spezifikation
sieht
das Zufügen
und Entfernen der Peripherie-Geräte im laufenden Betrieb vor.
Man
spricht dabei
von Hot-Plugging.
Die meisten PCs
sind heute mit USB-Schnittstellen
ausgestattet. Ältere PCs
können leicht mit
einem USB-Slotblech nachgerüstet
werden.
Eine USB
Schnittstelle lässt sich auch
nachträglich installieren.
Aber
es gibt Einschränkungen:
Microsoft
empfiehlt den USB erst ab Betriebssystem
Windows 98!

Alte 486er, und die erste Pentium
Generation (90er - 100er P1) sind nicht USB verträglich.
Mögliche
USB-Geräte:
- Tastatur
- Maus
- Joystick
- ISDN-Adapter
- Kamera
- Modem
- Scanner
- Drucker
- Dongle
- Lautsprecher (ohne
Soundkarte nutzbar)
- USB-Parallelport-Adapter
- USB-V.24-Adapter
- USB-Speichersticks
- USB-EIDE-Adapter
USB
2.0:
Der USB hat sich
für Drucker, Scanner, Tastaturen,
Mäuse, Modems, Netzwerk-
und ISDN-Adapter als Schnittstelle zum Computer durchgesetzt. Neue
Anwendungen
verlangen allerdings nach höheren
Datenübertragungsraten.
Externe Festplatten,
CD-/DVD-Brenner und Bandlaufwerke und andere Peripheriegeräte
benötigen
deutlich höhere Datenraten.
Der USB 2.0 verfügt über die vierzigmal schnellere
Datenübertragung als bei USB
1.1. Der USB 2.0 ist trotzdem vollständig
abwärtskompatibel
zum bestehenden
Standard. Vorhandene Kabel und Geräte können
weiterhin
genutzt werden. Für
Mobilgeräten umfasst die Erweiterung von USB 2.0 eine kompakte
Steckerbauform
und zusätzliche Stromspar-Features.
Beim
Einstecken eines
USB-Gerätes
schaltet der USB-2.0-Controller automatisch auf die jeweils geforderte
Übertragungsgeschwindigkeit um. Dank der
Abwärtskompatibilität können
sämtliche
Datenraten ohne Geschwindigkeitsverlust gleichzeitig genutzt werden.
Ein USB-2.0-Gerät, angeschlossen an einem USB-1.1-Controller
kann
allerdings
nur die maximale Übertragungsrate von 12 MBit/s nutzen.
1.2.9.
Messwerterfassung
über Standardschnittstellen:
Alle diese oben
genannten Schnittstellen können zur
Messwerterfassung mit
dem Computer genutzt werden. Da aber die serielle Schnittstelle sehr
langsam
ist, verwendet man besser die parallele Schnittstelle oder seit dem
Aufkommen
der USB-Schnittstelle eben diese. Es gibt verschiedene Mess-Interfaces,
und
diese sind mit diesen Schnittstellen ausgestattet. Somit kann man jeden
PC zur
Messwerterfassung benutzen, dieser sollte jedoch über eine
geeignete
Taktfrequenz (mindestens 300 MHz) und über genügend
Arbeitsspeicher (mindestens
32 MB).
Im Folgenden soll
nun näher auf das bei dieser
Arbeit verwendete Interface
Lab Jack U12, das die Datenübertragung über die
USB-Schnittstelle mit PCs
vornimmt.
Weiter zu: 2. Das
Lab Jack U12-Interface
Weiter zu: 3. Die
Programmiersprache - Das
Programm LabVIEW
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