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Der
Flusskrebs in meinem Aquarium:
Flußkrebse
gehören zu den sogenannten höheren Krebsen
(Malacostraca), die die
artenreichste Untergruppe der Krebstiere darstellt. Der
größte
Vertreter ist der bekannte Meeresbewohner der Hummer, der mit einem
halben Meter und 8 Kilogramm, ein wahrer Riese gegen den
europäischen
Edelflusskrebs, mit 15 Zentimeter und rund 150 Gramm, ist. Die
kleinsten Vertreter höherer Krebse sind die Garnelen, die
sowohl im
Salzwasser wie auch im Süsswasser vorkommen. Auch Krabben,
Einsiedlerkrebse und Langusten gehören in diese Gruppe. Der im
Süsswasser beheimatete Flusskrebs atmet über Kiemen.

Er bewegt sich auf
vier Beinpaaren, den sogenannten Schreitfüßen
voran und trägt dabei seine mächtigen Scheren voran.
Die ersten beiden
Schreitfüße enden ebenfals in kleinen Scheren. Zur
taktilen und
chemischen Orientierung besitzt er zwei paar Antennen und zur
Nahrungszerkleinerung drei Paar kauende Mundwerkzeuge. Das markanteste
Merkmal sind die zwei großen kräftigen Scheren, die
zum Erfassen der
Nahrung sowie als Waffe dienen können. Trotz seiner
Vielgliedrigkeit
vermag der Krebs mit seinen Scheren nicht auf den Rücken zu
greifen. Um
nicht verletzt zu werden, ergreift man deswegen Krebse am besten am
Rückenpanzer. Zur optischen Orientierung besitzt er ein Paar
gestielte
Facettenaugen, dies sind hochkomplexe Sehorgane, die aus mehreren
über
tausend einzelnen Augen bestehen. Die Stielaugen können
unabhängig
voneinander nach allen Richtungen bewegt werden. Durch Verschmelzen der
Segmente von Kopf und Brust ist das Kopfbruststück geworden an
dem sich
der Hinterleib, der sogenannte Krebsschwanz,
(fälschlicherweise oft
auch als Schwanz bezeichnet, hier läuft der Enddarm noch
hindurch),
anschließt. Unter diesen, abhängig vom Geschlecht
der Tiere, sich noch
kleine Schwimmfüßchen, zum Anheften der Eier,
befinden.
Ich
hatte meine erste Begegnung mit einem australischen Flusskrebs in einem
Zoofachgeschäft. Dort sah ich diese kleinen Krabbler in einem
kleinen
Aquarium herumstolzieren. Ich war gleich sehr fasziniert, da ich vorher
immer gedacht habe, dass Krebse Salzwassertiere sind. Dies sind zwar
die meisten, aber es gibt auch einige Arten von
Süßwasserkrebsen.
Daraufhin hab ich eines dieser stolzen Flusskrebs-Exemplare mit nach
Hause genommen.
Krebse häuten sich:
Nach
einigen Tagen sah ich morgens ins Aquarium und erschrak sehr, da der
Krebs mit dem Bauch nach oben im Aquarium lag - offensichtlich tot.
Ich stürzte näher zum Becken hin, um den Schrecken
aus nächster Nähe zu
betrachten. Der Krebs schien auf den ersten Blick wirklich verstorben
zu sein. Noch nicht vom Schock erholt saß ich deprimiert vor
dem
Becken. Auf einmal kam aus der Wurzel putzmunter der Krebs hervor. Erst
zu diesem Zeitpunkt dämmerte es mir. Natürlich:
Krebse häuten sich, um
zu wachsen. Dazu streifen sie die Haut ab. Die Häutung der
Tiere wird
hormonal gesteuert. Zur Häutung gehört die Ausbildung
eines neuen
Panzers unter dem alten. Dem alten Panzer wird viel Chitin (ein
Polysaccharid, das die Hülle aller Insekten und der Krebse
ausmacht)
und Kalk entzogen. Unter Einfluss des Häutungshormones
Ecdysons,
streift der Krebs die alte Haut ab, spannt unter viel Wasseraufnahme
die neue Haut und wächst in sie hinein, da sie anfangs erst zu
groß
ist. Der Panzer ist das Skelett der Tiere. Im Gegensatz zu den
Wirbeltieren befindet es sich aber nicht wie bei uns innen, sondern
außen, und wird deswegen als Exoskelett bezeichnet. Das
Wachstum
erfolgt in Schüben. Den neu gehäuteten Krebs
bezeichnet man auch als
Butterkrebs, da er anfangs noch sehr weich ist. Das ändert
sich erst
durch die Einlagerung von Kalk in die Haut allmählich, so
daß daraus
ein Panzer wird. Daher versteckt sich der Krebs einige Tage nach der
Häutung, da sein Panzer noch weich ist, und sich daher von
Gefahren
schützen will.
Die Nachzucht:
Ein
paar Wochen nach dem Kauf des Krebses zog dieser auf einmal seinen
"Schwanz" sehr merkwürdig ein. Bald darauf versteckte er sich
dann in
einer Höhle unter einer Wurzel und kam nicht mehr heraus.
Einige Tage
später sah ich unter die Wurzel und entdeckte viele kleine
Krebse (nur
ein paar Millimeter groß). Diese sind bis jetzt schon ganz
schön
herangewachsen und die größten von ihnen sind jetzt
schon ca. 4 - 5 cm
groß. Sie haben alle auch schon ihre rot-braune
Färbung. Die meisten
der Kleinen wissen schon ganz genau, wann Fütterungszeit ist.
Dann
kommen sie aus ihren Verstecken (aus den Wurzeln, hinter Steinen,
Pflanzen,..) hervor und warten voller Ungeduld bis ich ihnen ihre
Futtertablette per Hand reiche (ich nehme die Tablette zwischen zwei
Finger. Der Krebs schnappt dann mit seinen Scheren danach und
verschwindet dann im Rückwärtsgang wieder in seinem
Versteck samt
Tablette, damit er bloß nicht mit den anderen teilen muss).
Einige der
Kleinen sind jetzt auch schon so frech, dass sie bei der
Fütterung
herauskommen und mit den großen Schilderwelsen (die ca. 15 -
20 cm groß
sind) ums Futter zu streiten. Ganz schön frech die kleinen
Krebse!

Futter:
Die Krebse mögen
eigentlich fast alles an Futter. Ich füttere sie mit
Futtertabletten
sowie mit Mückenlarven und Rinderherz. Sie fressen auch tote
Fische,
die man nicht aus dem Wasser entfernt. Sie sind sozusagen die
Gesundheitspolizei im Aquarium. Auch habe ich festgestellt, dass die
Krebse kleine Schnecken fressen. Sie sorgen also auch dafür,
dass diese
Schnecken, die sich sehr schnell vermehren, nicht Überhand im
Aquarium
bekommen.
Fischbesatz
im Aquarium:
Neben
den Krebsen halte ich in meinem Aquarium noch einige Diskus-Fische.
Es ist auch ein Schwarm roter Neons, verschiedene Schilderwelse und
Antennenwelse vorhanden.
Haltungsbedingungen und Wasserwerte:
Die
Wassertemperatur im Aquarium beträgt ca. 28 - 29°C.
Diese ist so hoch
wegen den Diskus-Fischen. Anfangs hatte ich Bedenken, ob sich der Krebs
bei diesen Temperaturen wohl fühlt, aber wenn er
sich
vermehrt,
dann muss ihm das Klima wohl schon passen. Der pH-Wert im Aquarium
beträgt in etwa 7 (wobei ich leicht über Torf
filtere). Dabei fühlen
sich alle Fische sehr wohl. Die Karbonhärte liegt etwa so
zwischen 4
und 7 Grad deutscher Härte, je nach Schwankungen des
Leitungswassers.
©
2005 www.alexander-hutterer.info
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